Deborah Brautigam über Mythen und Fakten zu Chinas agrarpolitischem Engagement in Afrika

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Thomas Bonschab

Deborah Brautigam über Mythen und Fakten zu Chinas agrarpolitischem Engagement in Afrika

Chinas Engagement in Afrika ist nach wie vor ein Reizthema. Es steht für die Sorge der etablierten Industrieländer, China und andere Schwellenländer – also die aufstrebenden Mächte – würden sich in Afrika ganze Länder unter den Nagel reißen und das geopolitische Machtgefüge verändern. Es steht auch für eine der größten Beklemmungen der etablierten Entwicklungspolitik, die sich in Afrika mit einem neuen Hoffnungsträger auseinandersetzen muss, der dezidiert eigene Ansätze verfolgt und den hart erkämpften internationalen Konsens von Paris und Accra in Frage stellt.
Die amerikanische Politikwissenschaftlerin Deborah Brautigam setzt sich seit vielen Jahren mit den Mythen auseinander, die das chinesische Engagement in Afrika begleiten.
– Hat China hat große Landflächen in Afrika erworben?
– Verfolgt die chinesische Zentralregierung einen Masterplan zum Landerwerb in Afrika?
– Veranlasst China in großem Stil Lebensmittelproduktion in Afrika, um diese anschließend nach China zu exportieren?
– Siedelt Peking systematisch beschäftigungslose Bauern aus China in Afrika an?
Antworten und den vollständigen Artikel von Thomas Bonschab finden Sie hier

Rezension Deborah Brautigam

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Eisodus: Deutschland – das gelobte Land

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Kein Auszug (Exodus) ohne Einzug (Eisodus). Deutschland ist derzeit das gelobte Land für Millionen Flüchtlinge. Es erlebt einen so gigantischen Eisodus, dass viele die Herausforderungen der Unterbringung, Integration und Beschäftigung für größer halten als anlässlich der deutschen Wiedervereinigung. Der Streit über das Für und Wider der Großzügigkeit, mit der viele Deutsche und die Bundeskanzlerin („Wir schaffen das!“)  die Migranten (zunächst) aufgenommen haben, hat tiefe Spaltungen auch innerhalb der einzelnen politischen Parteien und Strömungen erzeugt. Vertrauen in Deutschlands Integrationskraft und diffuse, vielfältige Ängste stehen sich unversöhnlich gegenüber. Können Volkswirte jenseits des Pawlow-artigen Populismus deutscher Mainstream-Ökonomen („Mindestlöhne aufheben!“; „Rentenalter erhöhen!“; „Putzhilfen lassen sich leichter finden“ und dergleichen) auch  hilfreiche Beiträge zur „Flutung“ (Rüdiger Safranski; Botho Strauß) Deutschlands liefern?

Er ist zwar kein Migrationsexperte, aber dem Entwicklungsökonomen Helmut Reisen stellen sich einige Fragen:

  • Was sind die Erträge des Flüchtlingszustroms für Deutschland? Sind diese irgendwann begrenzt oder negativ? Was bedeutet der Exodus für die Herkunftsländer?
  • Lässt sich der Eisodus begrenzen? Kann Deutschland eine homogene Insel mit nationaler Identität bleiben in einer Welt, auf der geografische Distanzen durch weltumspannende Kommunikationsnetze, die Verflechtung von Konflikten und die Mobilität der Menschen an Bedeutung verlieren?
  • Was bedeutet die Völkerwanderung für die Entwicklungszusammenarbeit? Welche kurzfristigen und strategischen Lösungen bieten sich an?

Die Antworten (und der ganze Beitrag) von Helmut Reisen finden sich im beigefügten pdf:.Eisodus pdf

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Deutschland – Gefangen in der Falle des Eurozentrismus

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Deutschland – Gefangen in der Falle des Eurozentrismus

Robert Kappel

Die deutsche Außenpolitik kreist zunehmend um das europäische Projekt, die Überwindung der europäischen Finanzkrise, die Strukturanpassungsmaßnahmen in Griechenland, die Krise der Ukraine/Russland und die Einwanderung von Menschen aus instabilen und Bürgerkriegsländern.

Sieben Argumente untermauern, dass es fehlerhaft wäre, sich allzu sehr auf die Binnensicht, auf das europäische Projekt zu konzentrieren. Dabei gilt es, besonders die globalen und regionalen Herausforderungen sowie die globale Machtverschiebungen zu reflektieren. Die Welt wird neu vermessen, ob Europa das will oder nicht. Die BRICS und die Regional Powers steigen auf, sie repräsentieren ein neues autoritäres Modell und ein anderen – einen gesteuerten Kapitalismus, den sie mit einigem Erfolg betreiben und dem sehr viele Länder nachstreben. Der westliche liberale Kapitalismus verliert an Ansehen.

  1. Das europäische Projekt sollte vorangetrieben werden. Voraussetzung für eine gestaltende europäische und auch deutsche Politik ist ein stabiles und prosperierendes Europa. Aber eine deutsche Macht-der-Mitte-Politik würde einerseits falsche Signale an die USA und andererseits auch an China und Indien senden. So interessant Herfried Münklers Ansatz der Macht der Mitte auch ist, er ist zutiefst eurozentrisch – das Kreisen um sich selbst und geostrategische Szenarien. Wenn Politik Münklers Ansinnen folgen würde, dann würde aus einem „zögerlichen Hegemon“ Deutschland vielleicht eine Macht der Mitte, ein europäischer Hegemon. Ein folgenreicher Fehler. Deutschland sollte nicht zum Hegemonen mutieren, darf und sollte sich nicht mehr um die eigene geostrategisch fundierte Achse drehen und die Welt aus einem Blickwinkel des Gestaltens in der näheren Umgebung betrachten. Das politische Abenteuer um die Ecke findet nicht mehr in Brüssel, Istanbul, Kairo, Rabat und Spitzbergen statt sondern in Peking, Dehli, dem Sahel, Afrika, dem Nahen Osten, Lateinamerika, Südasien und Südostasien und in der Antarktis. In diesen Regionen gibt es andere Transformationsprozesse, Politiken, andere Konzepte, andere Wahrnehmungen, die es gilt zu studieren und zu prüfen, um aufbauend darauf eine antizipative Außenpolitik betreiben zu können. Um die globalen Machtverschiebungen zu verstehen, reicht es nicht aus, lediglich deutsche/europäische Kompetenzen einzubeziehen, sondern den Diskurs in den Ländern zu verfolgen und gemeinsame Think Tanks oder Forschungsinstitute zu etablieren. Wie funktioniert die ….vollständiger Text download: DeutscheAußenpolitik.Weltneuvermessung.10.2015.rk.4.