Deutschland – Gefangen in der Falle des Eurozentrismus

20150927_133837

Deutschland – Gefangen in der Falle des Eurozentrismus

Robert Kappel

Die deutsche Außenpolitik kreist zunehmend um das europäische Projekt, die Überwindung der europäischen Finanzkrise, die Strukturanpassungsmaßnahmen in Griechenland, die Krise der Ukraine/Russland und die Einwanderung von Menschen aus instabilen und Bürgerkriegsländern.

Sieben Argumente untermauern, dass es fehlerhaft wäre, sich allzu sehr auf die Binnensicht, auf das europäische Projekt zu konzentrieren. Dabei gilt es, besonders die globalen und regionalen Herausforderungen sowie die globale Machtverschiebungen zu reflektieren. Die Welt wird neu vermessen, ob Europa das will oder nicht. Die BRICS und die Regional Powers steigen auf, sie repräsentieren ein neues autoritäres Modell und ein anderen – einen gesteuerten Kapitalismus, den sie mit einigem Erfolg betreiben und dem sehr viele Länder nachstreben. Der westliche liberale Kapitalismus verliert an Ansehen.

  1. Das europäische Projekt sollte vorangetrieben werden. Voraussetzung für eine gestaltende europäische und auch deutsche Politik ist ein stabiles und prosperierendes Europa. Aber eine deutsche Macht-der-Mitte-Politik würde einerseits falsche Signale an die USA und andererseits auch an China und Indien senden. So interessant Herfried Münklers Ansatz der Macht der Mitte auch ist, er ist zutiefst eurozentrisch – das Kreisen um sich selbst und geostrategische Szenarien. Wenn Politik Münklers Ansinnen folgen würde, dann würde aus einem „zögerlichen Hegemon“ Deutschland vielleicht eine Macht der Mitte, ein europäischer Hegemon. Ein folgenreicher Fehler. Deutschland sollte nicht zum Hegemonen mutieren, darf und sollte sich nicht mehr um die eigene geostrategisch fundierte Achse drehen und die Welt aus einem Blickwinkel des Gestaltens in der näheren Umgebung betrachten. Das politische Abenteuer um die Ecke findet nicht mehr in Brüssel, Istanbul, Kairo, Rabat und Spitzbergen statt sondern in Peking, Dehli, dem Sahel, Afrika, dem Nahen Osten, Lateinamerika, Südasien und Südostasien und in der Antarktis. In diesen Regionen gibt es andere Transformationsprozesse, Politiken, andere Konzepte, andere Wahrnehmungen, die es gilt zu studieren und zu prüfen, um aufbauend darauf eine antizipative Außenpolitik betreiben zu können. Um die globalen Machtverschiebungen zu verstehen, reicht es nicht aus, lediglich deutsche/europäische Kompetenzen einzubeziehen, sondern den Diskurs in den Ländern zu verfolgen und gemeinsame Think Tanks oder Forschungsinstitute zu etablieren. Wie funktioniert die ….vollständiger Text download: DeutscheAußenpolitik.Weltneuvermessung.10.2015.rk.4.
Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s