Afrikas Finanzierung im Gegenwind

Helmut Reisen, Berlin 5. Dezember 2015

Erst im Juli 2015 waren die Staats- und Regierungschefs so hoffnungsvoll, als sie die Addis Abeba Aktionsagenda anlässlich der dritten internationalen Konferenz zur Entwicklungsfinanzierung (FfD3) verabschiedeten. Die Post-2015-Agenda mit universellen Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals – SDGs) war auf Kurs gesetzt.

Doch die Verlangsamung des Wachstums in China und anderen bedeutenden Schwellenländer wurde in Addis ignoriert. Auch die Tatsache, dass die Zeiten üppiger globaler Liquidität sich dem Ende nähern, wurde geflissentlich übersehen. Die düsteren Perspektiven für die Entwicklungsfinanzierung vor allem in Afrika – fallende Rohstoffpreise, geringere Nachfrage aus China und die bevorstehende Zinsanhebung der amerikanischen Notenbank – fanden kaum ihren Niederschlag in den FfD3-Dokumenten.

Afrika wurde in den vergangenen fünfzehn Jahren zunehmend China-abhängig. Früher wurde Afrika als „hoffnungsloser Kontinent“ (´The Economist´ im Jahre 2000) desavouiert. Seitdem fußte das hohe Wirtschaftswachstum des Schwarzen Kontinent nach dem Urteil des Internationalen Währungsfonds auf drei Säulen: auf hohen Rohstoffpreisen, üppigen Kapitalzuflüssen und besserer Wirtschaftspolitik. Diese Säulen sind waren bereits Mitte 2015 brüchig.

Werden sie es bleiben? Lesen Sie die Fortsetzung der Überlegungen von Prof. Helmut Reisen hier: Afrikas Entwicklungsfinanzierung im Gegenwind

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