Wie Chinas Neuausrichtung Afrikas Wachstum beeinflussen wird (H. Reisen)

Wie Chinas Neuausrichtung  Afrikas Wachstum beeinflussen wird

2015 war ein schwieriges Jahr für die Mehrheit Afrikas. Die jährliche BIP-Wachstumsrate schwächte sich auf 3,6% (runter von durchschnittlich 5%/Jahr seit der Jahrtausendwende). Die Kapitalzuflüsse schwächten sich um 12,8% auf USD 188,8 Mrd ab (wenn man die UNCTAD-Daten statt IWF-Schätzungen zugrunde legt). Afrikas Steuerquote sank auf 17,9%, runter von 18,7% im Vorjahr. Chinas Neuausrichtung hat Gegenwind für Afrika erzeugt, und das Schwergewicht des Wachstums Afrikas wandert von rohstoffreichen Westen nach Ost.

 [Heute am 23.Mai 2016 wird der African Economic Outlook (AEO) 2016 in Lusaka, Sambia, lanciert. Zusammen mit Robert Kappel und Birte Pfeiffer habe ich den AEO 2016 mitverfasst. Dieser Beitrag ist die Übersetzung einer Textbox, welche wir für den AEO 2016 geschrieben haben. Die Studie kann ab 9 Uhr CET im Netz unter www.africaneconomicoutlook.org abgerufen werden.]

Die Verlangsamung des Wachstums großer Schwellenländer geht seit geraumer Zeit mit niedrigeren Rohstoffpreisen einher. Neben spezifischen Angebotsfaktoren hat die Neuausrichtung Chinas hin zu Binnenmarkt, Dienstleistungen und High-Tech die Rohstoffpreise gedrückt, besonders für Industriemetalle und fossile Brennstoffe. Es waren bislang drei Säulen, auf welchen Afrikas beeindruckende Wachstumsstory seit zwei Jahrzehnten ruhten: der Superzyklus mit hohen Rohstoffpreisen als Folge der Urbanisierung und Industrialisierung Chinas; hohe Kapitalzuflüsse; und verbesserte Rahmenbedingungen. Der Gegenwind für die afrikanischen Rohstoffländer impliziert nun die Untergrabung der zweiten Wachstumssäule – externe Kapitaleinfuhren.

Lesen Sie den vollständigen Beitrag im angehefteten pdf-Dokument: Wie Chinas Neuausrichtung Afrikas Wachstum beeinflussen wird

 

Vormachtstreben vs. Gerechtigkeit – Deutsche Afrikapolitik auf dem falschen Weg? Oder warum Perroux‘ Kritik des Vormachtkonzepts beachtet werden sollte

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Vormachtstreben vs. Gerechtigkeit – Deutsche Afrikapolitik auf dem falschen Weg? Oder warum Perroux‘ Kritik des Vormachtkonzepts beachtet werden sollte

Robert Kappel

Die Weltneuvermessung ist in vollem Gange. Die USA schwächeln und werden nationalistischer und zugleich imperialer. Die Europäische Union befindet sich gegenwärtig in ihrer tiefsten Krise, die großen Handelsabkommen TPP und TTIP scheinen nicht ratifizierbar. Der Club der BRICS (Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika) erodiert durch die nachlassende Wirtschaftsdynamik und wirtschaftliche und politische Krisen (Brasilien, Südafrika, Russland).

Nur der Aufstieg Chinas ist von Bedeutung. Vielleicht wird Indien eines Tages folgen. Gegenwärtig verharrt indische Politik jedoch in der Irrelevanzfalle, die durch grobe Rhetorik überdeckt werden soll.

Wie nun  agieren die Regional Powers, wie Deutschland, die USA und die EU? Welche Politiken verfolgen sie? Streben sie nach Dominanz, nach Vormacht? Dies soll mit den Kriterien von François Perroux am Verhalten dieser Mächte in Afrika dargestellt werden. Ist ihre Politik als Politik der „redistributive power“ beschreibbar, bei der es um Solidarität und Gerechtigkeit geht? Oder betreiben Regional Powers auch in Afrika eine Vormachtpolitik?

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